Zur Geschichte der Roßlauer Amtsmühle

Quellen: freundliche Unterstützung durch K. Koschig, Archiv Roßlau sowie mündliche Überlieferungen

 

1415 wurden die Roßlauer Mühlen erstmalig urkundlich erwähnt, ab 1533 sind die ersten Müller namentlich bekannt.
Bei der Schlacht an der Elbebrücke am 25.04.1626 blieb die Mühle verschont.
Nach dem Tode des Amtsmüllers Johann Friedrich Gäbler 1697 verwaltete seine Witwe die Mühle bis 1698. Es war jedoch nicht zulässig, dass die Witwe längere Zeit eine Mühle pachtete, was man u.a. zum Anlass nahm, die Mühle zu verkaufen bzw in Erbpacht zu geben. Trotz Ausschreibung vom 26.03.1698 war die Wahl bereits im Dezember 1697 auf Meister Friedrich Capito, Sohn des Zerbster Amtsmüllers gefallen, der Ostern 1698 den Erbkaufkontrakt ausgehändigt bekam. Alle nachfolgenden Müller wurden auf diesen Vertrag verpflichtet. Der neue Amtsmüller Capito verlobte sich mit der Witwe seines Vorgängers.
Nach Capitos Tod 1716 heiratete sie den Müller Adam Gustav Born und starb 1727 im Alter von 55 Jahren nach 36 Schaffensjahren in der Amtsmühle.
1733 musste Born die Mühle an seinen Stiefsohn Johann George Capito abgeben, der diese seinem jüngeren Bruder Johann Friedrich überließ.
Nach Johann Andreas Rosenbaum und Georg Christian Pauli erwarb am 25.04.1776 Johann Jakob Liebe die Roßlauer Amtsmühle.
1859 hatte Moses Lipmann den gesamten Liebeschen Besitz erworben und besaß ab 1865 die Amtsmühle als Eigentumsmühle. 1870 wurde die Mühle durch einen Brand zerstört und bis 1895 wieder aufgebaut. Von Moses Lipmann übernahm sein Sohn Ludwig Lipmann die Mühle, ließ sie erneuern und ausbauen und mit Elektromotoren ausstatten.
Die Mühle wurde in die Gebrüder Lipmann OHG überführt, Richard und Dr. Paul Bruck wurden deren Gesellschafter je zur Hälfte. Als jüdische Bürger gerieten sie nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zunehmend unter Druck und boten deshalb 1935 die Amtsmühle zum Verkauf.
Diese erwarb am 14.10.1935 Wolfgang Richter, Halbjude aus Schlesien. Nach dem Krieg nahm er den Mühlenbetrieb wieder auf, 1957 verließ die Familie Roßlau und floh in den Westen.
Die Mühle wurde entschädigungslos in Volkseigentum überführt und bis 1992 als Mahlmühle genutzt. In das Kontorgebäude zog zunächst die HO-Geschäftsstelle Roßlau ein, Anfang der 60er Jahre das Kreisgericht Roßlau.
Seit der Verlegung nach Zerbst 1993 ist das Gebäude dem Verfall preisgegeben, ebenso die seit 1994 leerstehende Villa, die von 1954 an als Kindergarten genutzt wurde.
1976 begann die Umgestaltung des Rossellaufs, wobei u.a. der Mühlteich verschwand.
Nachdem die Fam. Bruck 1990 ihren ehemaligen Besitz rückübertragen bekam, erwarb die Firma EUROKKA Immobilien GmbH (Frau Katrin Kloß) die Grundstücke im Jahr 2000.
2001 wurde das Mühlengebäude saniert und in eine Seiorenresidenz umgenutzt, 2002 die Gaststätte "Zur Amtsmühle" eröffnet. 2009 firmierte das Unternehmen zur Amtsmühle Roßlau GmbH mit eigenem Pflegedienst. 2011 zogen die ersten Bewohner in die Villa Amtsmühle (ehemals Kindergarten) ein. Heute werden die Räumlichkeiten der Gaststätte ausschließlich durch die Bewohner des Betreuten Wohnens genutzt. Seit 2015 übernimmt der Ambulante Pflegedienst Amtsmühle die Pflege und Betreuung der Bewohner. 

 

Wir würden uns freuen, Sie in unserem Familienunternehmen begrüßen zu dürfen.

 

Ihre Katrin Kloß